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Kritiken

Kino

09. Dez. 2009

Whatever Works

Auf seine Leinwand-Persona hat Woody Allen in letzter Zeit oft verzichtet und sie Alter Egos (immer wieder andern) überbunden. Was jeweils nichts hilft, denn hartnäckig sehen und hören wir über die Schulter immer ihn. Und denken erneut: Ach, spielte er sich doch wieder selber!

Kino

09. Dez. 2009

Fish Tank

In manchen Momenten scheint dieser Film stillzustehen. Als ob es nicht mehr weiter ginge. Dann verharren die Menschen in ihren Bewegungen und halten kurz inne, gerade so, als ob sie im nächsten Augenblick die Flucht ergreifen würden, was manchmal auch tatsächlich geschieht. Bei Mia gibt es diese Momente des Stillstands beim Tanzen.

Kino

09. Dez. 2009

The Imaginarium of Doctor Parnassus

Der Film bietet dem Zuschauer sowohl knarzende Mechanik der Trickmaschine (in Erinnerung an die Anfänge der Kinematografie als Jahrmarktsattraktion) wie computergenerierten Glanz. Das imaginäre Reich ist skurril wie das Pepperland der Beatles im Zeichentrickfilm Yellow Submarine. Terry Gilliam schöpft bei dessen Gestaltung aus dem eigenen Unterbewussten und kehrt zu seinen Anfängen zurück.

Kino

09. Dez. 2009

Law Abiding Citizen

Ganoven auf durchschnittlicher Intelligenzstufe bringt die Leinwand routiniert nach der sechsten oder siebten Rolle um die Ecke, an den Galgen oder hinter Gitter. Ein gelegentliches Entweichen und Wiederaufgeistern bleibt vorbehalten. Es bietet aber noch keine Gewähr für jene verbrecherische Genialität, nach der die Filmserien erst so dürstend lechzen. Denn bei ihnen will das Motiv der Rückkehr zu den alten krummen Touren eine Ur-Phantasie bedienen, die jeder vorbedachten Missetat zugrunde liegt.

Kino

09. Dez. 2009

Vision – aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Eine historische Persönlichkeit, bei der nicht nur das exakte Geburtsdatum (im Jahr 1098) mit einem Fragezeichen zu versehen ist, lässt sich schnell für allerhand Weltanschauungen vereinnahmen. So gilt Hildegard von Bingen heute wahlweise als feministische Vorreiterin, Ahnherrin der Naturheilkunde oder Kronzeugin eines mystischen Spiritualismus.

Kino

07. Nov. 2009

Teza

Haile Gerima baut, eine nur nach und nach weichende Teilamnesie der Hauptfigur vorschützend, sein ganzes ambitioniertes Panorama nicht in der Chronologie auf, sondern erzählt sprunghaft in immer neuen, tiefer bohrenden, schmerzhafteren Rückblenden. Diese Struktur erlaubt es ihm, durch die Montage subtile Querbezüge zu schaffen und Kausalitäten zu suggerieren.

Kino

07. Nov. 2009

Goodbye Solo

Frühnebel liegt über dem Tal. Der Regen der Nacht hat den Boden aufgeweicht, und der Aufstieg zu dem Gipfel, der als Felsnadel aus dem Wald ragt, ist an diesem Morgen wahrlich nicht lohnend. Doch die Wege der drei Gestalten, die auf dem nassen Herbstlaub bergauf stapfen, trennen sich ohnehin vorher.

Kino

07. Nov. 2009

Mary and Max

Selten schaffen unabhängige Animationsfilmer den Sprung vom Einzelkämpfer zum Regisseur eines hoch arbeitsteiligen Langfilms mit solcher Bravour wie der Australier Adam Elliot, der spätestens seit dem Oscar für seinen vierten Kurzfilm Harvie Krumpet in der Animationsszene ein Begriff ist.

Kino

07. Nov. 2009

Looking for Eric

In ihren letzten Filmen machten Ken Loach und sein ständiger Drehbuchautor Paul Laverty wenig Hoffnung auf bessere Zeiten beziehungsweise auf die Veränderung der menschlichen Natur zum Besseren. Mit Looking for Eric haben sie sich quasi eine Verschnaufpause bei ihrem «Rudern durch die See der Plagen» gegönnt und ein mit Selbstzitaten ironisch aufgepolstertes heiteres Kaleidoskop in Dur statt in Moll geschaffen.

Kino

07. Nov. 2009

Die Frau mit den 5 Elefanten

Der Basler Filmemacher Vadim Jendreyko, der für Die Frau mit den 5 Elefanten am Filmfestival Visions du Réel gleich zwei Auszeichnungen erhielt, nähert sich in seinem Porträt behutsam Leben und Werk von Swetlana Geier an, die auch mit 86 Jahren noch jeden Tag an ihren Übersetzungen arbeitet.

Kino

07. Nov. 2009

Frozen River

Frozen River ist ein Erstlingsfilm, und das sieht man ihm an. Er ist manchmal holprig, unsauber in den Übergängen, ein wenig unlogisch gar, und gewissen Szenen haftet etwas Theatralisches an. Nichts desto trotz ist Frozen River absolut sehenswert: ein unabhängiger, starker, amerikanischer Frauenfilm.