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Resident Evil Szenen chd 02 Scene Picture Sony Pictures Constantin Film Dušan Martinček
© Sony Pictures, Constantin Film, Dušan Martinček

Monsterspass: Resident Evil

Zach Cregger verfilmt die legendäre Survival-Horror-Videospielreihe aufs Neue. Und zeigt, wie monströs-schön die Kino-Gaming-Symbiose sein kann.

Text: Selina Hangartner / 16. Sept. 2026
  • Regie

    Zach Cregger

  • Buch

    Zach Cregger, Shay Hatten

  • Kamera

    Dariusz Wolski

  • Schnitt

    Joe Murphy

  • Musik

    Hays Holladay, Ryan Holladay

  • Mit

    Austin Abrams, Paul Walter Hauser, Zach Cherry, Kali Reis

  • Start

    17. September

Einige Fans waren wohl enttäuscht, als nach dem Release des Teasers klar wurde, dass sich der 2025 so gefeierte Regisseur Zach Cregger (Barbarian, Weapons) für seine «Resident Evil»-Verfilmung nicht allzu streng an die Plots der Videospielreihe halten würde. Ähnliches wurde gelegentlich schon der ersten Realfilmreihe (2002–2016) vorgeworfen, die sich mit Milla Jovovich in der Hauptrolle ihr Fanpublikum trotzdem erarbeiten konnte. Ein Reboot von 2021 sollte das Kino näher an die Handlung der Games rücken, allerdings mit weniger Kulterfolg, als es der ersten Filmreihe gegönnt war.

Cregger stellt ins Zentrum seiner 2026er-Version nochmals eine neue Hauptfigur: den Lieferjungen Bryan (Austin Abrams), der ein ihm unbekanntes, aber offenbar unverzichtbares Päckchen ans Spital in Raccoon City auszuliefern hat. Die Mission steht fest, das Abenteuer geht los. Doch der Transport des kostbaren Guts wird denkbar schwierig, als zunächst kräftig Schnee fällt und dann die ersten genmanipulierten Infizierten über die eisigen Strassen stolpern. Dass das die Handschrift des zweifelhaften Biotechnologie-Megakonzerns Umbrella Corporation trägt, wird Bryan erst nach und nach erfahren.

Resident Evil Szenen chd 08 Scene Picture Sony Pictures Constantin Film Dušan Martinček

© Praesens Filmverleih

Spätestens nach diesem Startschuss müssten auch die alteingesessenen Game-Fans für Creggers neuen Horrorfilm warm geworden sein. Was folgt, ist ein grossartiges Ineinandergreifen von Gaming- und Kinologik, eine actionreiche, unterhaltsame, horrende Tour, voll von jenen Hürden, die man auch aus den Spielen kennt: Das Absuchen von Locations, das Navigieren unübersichtlichen Terrains, das Lösen von Aufgaben und das Finden von Waffen und Munition (die in bester «Resident Evil»-Gameplay-Manier zum Glück auch im Kinofilm in Schubladen stecken), werden zum audiovisuellen Liebesbrief ans Capcom-Franchise.

Cregger soll seit Ende der Neunziger übrigens selbst zu den Fans der Spielreihe gehören und wie seine Mitspieler:innen schon unzählige Stunden mit «Resident Evil 2» (1998) und «Resident Evil 3: Nemesis» (1999) verbracht haben. Man erahnt es nicht nur anhand des Erzählrhythmus, der die Echtzeit-Logik der Spiele nachempfindet, sondern auch anhand der humorvolleren Momente im Film, die sich, wie in Weapons, durch Resident Evil ziehen, ohne die Bedrohung und Gefahr aus dem Spiel zu nehmen. Bryan, der immer wieder einmal aus der Gaming-üblichen third-person-Perspektive ins Bild gesetzt wird, als wäre er eine spielbare Figur (ab und an springt der Film auch in seine Ego-Shooter-first-person-Perspektive), verfehlt mit seiner Waffe zahlreiche Ziele und flucht dabei so heftig, wie es ein:e frustrierte:r Gamer:in tun würde, die oder der sich gerade erst in der Spielwelt zurechtfindet.

Bei aller Liebe zum Gaming zeigt Cregger in seinem Resident Evil aber auch, dass Kino nur dann so richtig funktionieren kann, wenn genügend Filmisches drinsteckt. Eindrücklich arrangierte Bilder, rar und effektvoll eingesetzte Jumpscares, Kamerafahrten und eine Montage, wie sie eben doch «puren Film» signalisiert, auch weil sie die Ego- und third-person-Perspektiven dynamisch variieren kann, machen Resident Evil zum kurzweiligen und erfreulichen Kinospass – für «Resident Evil»-Kenner:innen und Survival-Horror-Enthusiast:innen, aber genauso für horrorfreudige Kinogänger:innen ganz ohne Spielerfahrung.

 

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