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Bulletin

Hintergrund

01. Juli 2012

Der Schweizer Film kann gar nicht besser sein

Ich habe das Gefühl, dass das, was ich hier sagen will, von Kritikern aus der Schweiz eher selten geschrieben wird. Man kann es in einem Satz zusammenfassen: Der Schweizer Film ist besser als sein Ruf.

Porträt

28. Sept. 2011

Das Äussere übertreiben, das Innere entdecken

Viscontis Werk ist in gewissem Masse einzigartig im europäischen Kino. Es ist theatralisch im Dokument und dokumentarisch im Drama. Es ist Mimesis und Mathesis in einem: unentwegtes Abenteuer des filmisch Unmöglichen. Es bietet Geschichten über Liebe und Leidenschaft, Gewalt und Tod: Geschichten über Verfall, Verderbnis, Verwesung. Viscontis ästhetischer Realismus ist nicht bloss eine konzeptionelle Kompositionsform, sondern auch (und besonders) eine eigenständige Perspektive auf die Welt und ihren Zustand.

Porträt

23. Feb. 2011

Unser bengalischer Nachbar

Satyajit Ray ist ohne Zweifel der in unseren Breiten bekannteste Regisseur des indischen Kinos. Doch verdankt er diesen Ruhm einigen wenigen Titeln. Die eher punktuelle Kenntnis seiner Filme verleitet zu vorschnell generalisierenden Schlüssen auf sein Werk, das in Wirklichkeit weit breiter gefächert und bunter ist.

Essay

01. Dez. 2010

Auf der Suche nach dem idealen Klang

An was für Filmen, die in der Schweiz entstanden sind, lassen sich die Veränderungen in der Tongestaltung erkennen, und in was für einem Verhältnis stehen sie zu den Entwicklungen insbesondere in den USA? Den technischen Möglichkeiten der Klangkreation sind heute kaum noch Grenzen gesetzt.

Essay

01. Nov. 2010

Vom Spiel des Lebens und vom Spiel Film

Isa Hesse-Rabinovitch war in erster Linie audio-visuelle Poetin, die über ihre Kurz- und Kürzestfilme – und ab Mitte der achtziger Jahre auch über experimentelle Videoarbeiten – die expressiven Grenzen des jeweiligen Mediums auszuloten suchte. Daneben schuf sie etliche dokumentarische Porträts von Künstlern und Künstlerinnen, und zwar mit einer ansteckenden Sympathie für jene Lebenskünstler und Schicksalsgenossen, denen die Aussicht auf ein mögliches Scheitern noch lange nicht die Lust am kreativen Schaffen trübte.

Essay

01. Sept. 2010

Condor Films

Orson Welles, Federico Fellini, Martin Scorsese haben es getan, und sogar Akira Kurosawa hat für japanischen Whisky geworben – und damit Kagemusha mitfinanziert. Aber in den Werklisten der Meister werden Werbefilme normalerweise schamhaft verschwiegen. So sehr man deren Ertrag aus finanzieller Sicht schätzt, aus künstlerischer Sicht rümpft man die Nase.

Essay

01. Apr. 2010

Lust und Frust im offenen Tal

Ein engagiertes Programmkino in einer Gemeinde, die ungefähr 2500 Einwohner zählt? Deren Kreis überhaupt nur auf etwa 5500 Seelen kommt? Das ist auf jeden Fall ein mutiges Unterfangen und eines, das, wenn es funktioniert, zurecht als kleines Wunder beschrieben werden kann.

Essay

01. Jan. 2010

So wird d’Schwiiz schmöcke, dää Winter!

Reisender Krieger, der Film mit dem augenzwinkernd irreführenden Titel, ist Christian Schochers «Odyssee». Aus dem listenreichen Griechenfürsten von Ithaka ist ein Schweizer Reisender in Kosmetika namens Krieger geworden. «So wird d ’ Schwiiz schmöcke, dää Winter», verkündet er stoisch landauf, landab in Salons und Shops und hält dem Personal seine Fläschchen der Duftnote «Blue Eye» unter die Nase.

Porträt

01. Dez. 2009

Von Bord an Land, von Land an Bord

«Le métier de cinéaste c'est essentiellement de porter un regard sur le monde, les choses, les gens. Pour ça il faut une caméra.» Eine Hommage an Alain Tanner, der am 6. Dezember achtzig Jahre alt wurde.

Essay

07. Nov. 2009

Grosses Kino auf kleiner Fläche

Courgenay. Ein kleines Dorf im Jura im Winter 1915/1916. Artilleriesoldaten stehen hier an der Grenze, um die Schweizer Freiheit zu verteidigen. In Verdun bahnt sich jene Schlacht zwischen den Deutschen und den Franzosen an, die zum Inbegriff des Grauens des Ersten Weltkrieges werden wird: das zermürbende Ausharren im Schützengraben, die gegenseitigen Angriffe, und dann die Schreie der im Niemandsland Zurückgelassenen, das Flehen der Kriegsneurotiker, deren Wahnzustand das Entsetzen des Krieges ausblendet.

Porträt

21. Jan. 2009

Realität und Kunst verzahnt

Ihr allererster Film drehte sich um ein Hotel, diesen emblematischen Ort der Fremde, aber auch der Begegnung: Mit Laurent lamerre, portier (1978) beschloss Léa Pool die Filmschule in der kanadischen Metropole. Das Hotel als symbolischer Ort sollte zu einem Leitmotiv in ihren Filmen werden – ebenso wie andere Orte des Transits: Bahnhof, Zug, Hafen, aber auch Strassen und Autos.

Essay

01. Mai 2008

Jener Totalschaden eines Mittelklassewagens

Nur, wer sich von der Heftigkeit der Auseinandersetzungen in West und Ost eine Vorstellung macht, wo mit Aufruhr anfing, was an mehr als einem Ort um Haaresbreite zum Sturz der Regierungen geführt hätte, kann verstehen, wie nahe an der Sache dran auch die Cineasten der Schweiz die Umwälzungen mitverfolgt und -vollzogen haben.