Die Mühe des Schweizer Films mit der kritischen Befragung politischer Autoritäten, der Auseinandersetzung mit ungelösten Skandalen oder umstrittenen Institutionen, sticht auch an den 43. Solothurner Filmtagen ins Auge (die Scheu darf auch als Abbild einer fehlenden Streitkultur und eines mangelnden politischen Bewusstseins weiter Teile der Gesellschaft gelten; damit soll jedoch nicht dem Populismus das Wort geredet werden!).
Was ist ein Musikfilm? Ein Film mit Musik? Oder eher ein Film über Musik? Ein Film über Musiker? Oder eher ein Film mit Musikern? In jedem Fall: laufende Bilder, gepaart mit Klängen, Tönen, Melodien. Denn eines ist sicher: dass Film und Musik zusammengehören – und zwar seit die Bilder laufen lernten. Sicher ist auch, dass das Thema Musikfilm gegenwärtig spannender ist denn je – insbesondere auch in Bezug auf den Schweizer Film.
Könnte ein anderes Verfahren etwas verbessern, und wäre es nur: mehr richtige Beschlüsse zeitigen und weniger falsche? Es müsste imstand sein, für die vielbelächelten und geschmähten, unüberprüfbaren und einspracheresistenten Festivalpreise einen Ersatz zu schaffen, mittels eines transparenten Systems der Auswahl, der Förderung, der Publizität, des Sponsoren- und Mäzenatentums diesseits von Markt-Kalkül, Insider-Trading und vulgärer Rangelei. Der Wunsch ist fromm, also schwer zu erfüllen.
«Kunscht isch gäng es Risiko» – dieses Lied von Mani Matter wird in Imbachs aktuellem Kinofilm I Was a Swiss Banker angestimmt, und es ist in diesem Zusammenhang ein besonders passendes Zitat: Imbachs bisherige Filme zeichnen sich durch wagemutige Experimente aus.
Christoph Kühn über seinen Dokumentarfilm Bruno Manser – Laki Penan, das mysteriöse Verschwinden des Umweltaktivisten und die Herausforderungen der Dreharbeiten.
Der Schweizer Dokumentarfilm, der unter der kulturpolitischen Devise von «Popularité et Qualité» etwas aus dem Blickfeld geraten ist, präsentiert sich an den diesjährigen Solothurner Filmtagen in reichhaltiger Form.
Es ist noch nicht lange her, da brauste ein kleiner Sturm durch die Westschweizer Filmszene. Eine nicht ganz ernst gemeinte Initiative namens Doegmeli wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen – «um die Zukunft des jungen Schweizer Filmschaffens zu verbessern», wie proklamiert wurde. Inzwischen ist es ruhig geworden um das ehemalige Forum.
Was mit der vierzigsten Auflage so selbstverständlich daherkommen mag, ist keineswegs so selbstverständlich, wie es heute scheint. Jahrelang haben ausländische Kolleginnen und Kollegen, denen man beruflich begegnete, die Filmschaffenden in der Schweiz um die «Werkschau des Schweizer Films» beneidet.
Zu Dindos besten Arbeiten gehören gerade die, die Motive und Themen von der einen und von der andern Sorte miteinander verbinden: das Ortsgebundene mit dem Flüchtigen. In diesen Fällen bezieht weder das, was hinter der Ecke, noch das, was hinter dem Horizont liegt, seine Aussagekraft aus dem eigenen Vermögen, sondern der Sinn eines Stoffes leitet sich vom dialektischen Dritten her, aus dem Zusammenhang.
Der Themenkomplex «Geschichte und Erinnerung» wirft für Dokumentarfilmschaffende einige Fragen und Probleme auf. Aus welchen Gründen sollten Ereignisse vor dem Vergessen bewahrt werden? Wie lässt sich Geschichte mit filmischen Mitteln authentisch erzählen?
«Die Realität vermessen, Mass nehmen an der Wirklichkeit» – das könnte als Maxime über dem Werk Erich Langjahrs stehen. Seine Filme wollen zeigen, was ist. Durch das Objektiv der Kamera macht er sichtbar, was er mit den eigenen Augen sieht, beobachtet, empfindet.