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Bulletin

Essay

01. Apr. 2001

François Truffaut

Filmen heisst das Leben nehmen – diesen Aphorismus von Jean Cocteau haben die französischen Cineasten gut gelernt, und es gibt kaum einen Film von Truffaut, in dem nicht auch gestorben würde. Im übrigen aber hatte er keinen Mangel an Stoffen. Dazu bekennt sich auch Ferrand, der fiktive Regisseur des fiktiven Films «Pamela»: er braucht wie Truffaut nur die Zeitung aufzuschlagen. On peut faire des films de n’importe quoi.

Porträt

01. Aug. 1998

Hommage: Daniel Schmid

Für Schmid, der in Zürich lebt, in Deutschland wie in Frankreich arbeitet, auch einige Filme auf italienisch gedreht hat und fliessend englisch spricht, stellt sich die europäische Kultur selbstverständlich als ein grosses Ganzes dar. Als Regisseur vertritt er auch vehement die These, dass man für die Erhaltung des Regionalen, des Europäischen – und gegen das amerikanische brainwashing – kämpfen muss.

Essay

01. Juni 1996

Diese unerhörte Freiheit

"Hollywood am Nil", "Ägyptens Fellini": das Gefährliche an solchen Klischees ist die Reduktion des Unbekannten auf seine bekannten Komponenten, die den Blick verstellt auf das wirklich Andere.

Essay

01. Okt. 1995

Spurenlese

In der italienischen Schweiz, also im Tessin, war die Filmkritik, verstanden als wissenschaftlich fundierte Interpretation von Filmen, in den Massenmedien immer schwach repräsentiert. Ausserdem war die Filmkritik durch einen Geist der Improvisation gekennzeichnet, der sich bestenfalls durch seine Beobachtungsgabe auszeichnete: Kritik, die dilettantisch Fragen der Methode ignorierte.

Essay

01. Juli 1995

CH-Film: Stand der Dinge

Die meisten halten Fredi M. Murers Höhenfeuer für den besten aller Schweizer Filme, Hans Trommers Romeo und Julia auf dem Dorfe ist in den Umfragen, die zum hundertjährigen Jubiläum der Filmkunst gemacht wurden, auch ganz weit vorn. Allerdings nur in der Abteilung Schweiz, zu Orson Welles Citizen Kane, dem besten Film aller Zeiten, nimmt der Abtand auch für diese beiden galaktische Dimensionen an.

Essay

01. Juli 1995

Film in der Schweiz

Es stimmt nicht, dass in der Schweiz keine Filme mehr gemacht werden, aber immer weniger Zuschauerinnen nehmen sie zur Kenntnis, trotz weiterhin wohlwollender Unterstützung der einheimischen Produktion durch die Presse. International versinkt der Schweizer Film wieder in der Bedeutungslosigkeit; das Land verschwindet von der Weltkarte.

Solothurn

01. Jan. 1995

30 Jahre Solothurner Filmtage

Das Gedränge in den Sälen von Scala oder Landhaus mag so dicht sein, wie es will. Die Skeptiker berichten vom mangelnden Interesse des sogenannten breiten Publikums.

Essay

01. Sept. 1994

Schein-Schwangerschaften

Grossesse nerveuse, Lou n'a pas dit non, Tschäss und Wachtmeister Zumbühl – Die Filme von Denis Rabaglia, Anne-Marie Miéville, Daniel Helfer und Urs Odermatt veranschaulichen zusammenzenommen ganz handlich, wie's um unser Kino heute bestellt ist, nämlich weder zum Besten noch zum Schlechtesten. Gesamthaft wenig anders als sonst.

Essay

01. Okt. 1993

Vom wahren Arbeiten

Hätte der Film, vorrangig aber nicht ausschliesslich der europäische, nicht begonnen, ausdrücklich sich selbst zu reflektieren, wäre es dem Theaterwissenschafter und Publizisten A. J. Seiler wohl nicht in den Sinn gekommen, Filme machen zu wollen. Die Konvention des Kinos wurde in England, in Frankreich aufgebrochen, und das löste den Aufbruch des Filmers Seiler aus.