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Kritiken

Kino

23. Jan. 2013

The Master

Der neue Film von Paul Thomas Anderson ist ganz grosses Schauspielkino. So viel schon einmal als vorweggenommenes Fazit. Wie Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix sich hier duellieren, mit perfekt geschriebenen Dialogen und konträr angelegten, sehr prägnant geformten Figuren, das ist schon ein Genuss. Auch visuell ist The Master eine Augenweide.

Kino

23. Jan. 2013

Post Tenebras Lux

Die Rührung kommt überraschend, erst gegen Schluss. Nach der erwarteten Gewalt, nach beklemmenden Gehässigkeiten, bilderwirrigen Irrfahrten, verstörenden Brüchen. Von Anfang an war er uns suspekt, dieser Juan mit seinem Dreitagebart.

Kino

23. Jan. 2013

Renoir

Im Lauf von mehr als hundert Jahren sind die Renoirs aus Limoges eine europäische Familie geworden wie manche andere; auffällig ist allerdings der ausgeprägte künstlerische Einschlag, seit 1850 und über Generationen hinweg. Pierre-Auguste, der Vater, und der Sohn Jean schreiben beide Geschichte, der eine als Maler der andere als Cineast.

Kino

23. Jan. 2013

Vergiss mein nicht

Der deutsche Filmemacher David Sieveking, Jahrgang 1977, steckte mitten in der Arbeit zu David Wants to Fly, als bei seiner Mutter Alzheimer diagnostiziert wurde. Sieveking stellt in der Folge seinen Film fertig und tut, was nette Angehörige tun: Er schaut ab und an daheim vorbei. Irgendwann, als noch keiner daran denkt, dass dies später schwierig sein könnte, interviewt er seine Mutter.

Kino

23. Jan. 2013

Verliebte Feinde

Der Historiker Wilfried Meichtry hat das Leben zweier unterschiedlicher, aber so unglaublich moderner Charaktere der jüngeren Schweizer Geschichte, Iris und Peter von Roten, in ein romanhaftes Buch gefasst. Darauf basiert hat der Dokumentarfilmemacher Werner Swiss Schweizer ein Doku-Drama realisiert, in dem er ein grosses Konglomerat an visuellem und schriftlichem Material bravourös bewältigt und mit inszenierten Handlungen ergänzte.

Kino

23. Jan. 2013

The Woman in the Septic Tank

Es ist ein schwieriges Thema, die Darstellung von Armut in Filmen aus Entwicklungsländern, denn die Grenze zwischen Betroffenheit und Voyeurismus ist schnell überschritten. Wann wird das Land zur Projektionsfläche für ein westliches Publikum, das sich selbst seines Mitgefühls und politischen Bewusstseins vergewissern möchte? Wann wird Selbstdarstellung zur Selbstausbeutung der Filmemacher, die ihre Herkunft als exotisches Kapital für den globalen Filmmarkt nutzen?

Kino

05. Dez. 2012

Courage / Wymyk

Von nichts zuviel. Mitunter schlägt die Courage in Tollkühnheit um und die Vorsicht in Feigheit; es geschieht etwa oder namentlich dann, wenn unter Geschwistern Rivalität aufkommt.

Kino

05. Dez. 2012

Beasts of the Southern Wild

Beasts of the Southern Wild ist einer dieser viel zu seltenen Filme, die den Zuschauer förmlich gefangen nehmen und nicht mehr loslassen, sei es durch die fremde, faszinierende Welt, sei es durch den sensiblen, ausdrucksvollen Stil, mit dem Zeitlin sie kreiert.

Kino

05. Dez. 2012

Great Expectations

Mit Mike Newells neuer Version von «Great Expectations» findet das ausgehende Dickens-Jahr einen leidlich würdigen Abschluss. Aus der Sicht konservativ gestimmter Produzenten und Kinogänger ist Mike Newell als Regisseur zweifellos eine Idealbesetzung. Sein geschmeidiges Regietemperament ist bislang noch keiner Vorlage ernsthaft in die Quere gekommen.

Kino

05. Dez. 2012

Life of Pi

Als Yann Martels Roman 2001 erschien, war er einer dieser überraschenden Treffer ins Schwarze, mit einer ebenso verrückten wie fesselnden Geschichte, so elegant geschrieben und clever konstruiert, dass er den Man Booker Prize gewann und sieben Millionen Mal verkauft wurde. Ang Lee hat die dramaturgischen Fesseln, die ihm die Vorlage anlegte, immer wieder gelockert. Kleine Zufälle und Überraschungen, praktische Überlebensstrategien und märchenhafte Bilder, Prüfungen und Zwischenspiele – da ist genug, was das Interesse des Zuschauers wach hält.

Kino

05. Dez. 2012

Oh Boy

Alles geht schief. Irgendwie scheint Niko an diesem Tag und in dieser Nacht in Berlin das Pech an den Stiefeln zu kleben. Da bleibt die Karte im EC-Automaten stecken, beim «Idiotentest» gerät er an einen schlecht gelaunten Psychologen und kann seinen Führerschein erst einmal abschreiben. Und dann verkündet ihm sein Vater auf dem Golfplatz auch noch, dass er ihm in Zukunft kein Geld mehr überweisen wird.

Kino

05. Dez. 2012

Seven Psychopaths

Seven Psychopaths beginnt mit einem Dialog zwischen zwei Berufskillern, die unter der heissen kalifornischen Sonne darüber diskutieren, ob John Dillinger bei seiner Ermordung wohl genau durchs Auge geschossen worden sei. Doch die erste Überraschung, der in diesem Film noch unzählige weitere folgen werden, lässt nicht lange auf sich warten