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Kritiken

Kino

01. Sept. 2005

Snow White

Snow White folgt dem Regelwerk des Melodrams vom gefallenen Mädchen, wie es die Oswalds und Pabsts seit den zwanziger Jahren auf den Weg brachten. Samirs Film ist also eine Art Freudlose Gasse im Schweizer Schickeria-Outfit der Jetztzeit.

Kino

01. Sept. 2005

The Giant Buddhas

Wie eindrücklich man mit filmischen Mitteln Leben und Werk von verstorbenen Persönlichkeiten beschwören kann, hat in der Schweiz vor allem Richard Dindo mit verschiedenen Arbeiten bewiesen. In seinem dritten Kino-Dokumentarfilm geht Christian Frei noch einen Schritt weiter. Er befasst sich mit der Geschichte und der Wirkung von zwei künstlerischen Objekten, die gar nicht mehr existieren, nämlich mit den inzwischen zerstörten riesigen Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal in Afghanistan.

Kino

01. Aug. 2005

Absolut

Alex und Lucie schieben eine Krise: Sie möchte gerne ein Kind, mehr Zeit mit ihm und etwas mehr Beteiligung seinerseits im Haushalt. Das Übliche. Doch Alex steckt fest: Er hat einen Job, ein Engagement und ein einziges Gesprächsthema: der politische Widerstand.

Kino

01. Aug. 2005

Angry Monk

Hatten bereits Spielfilme, wie etwa der von der Kritik unterschätzte Samsara von Pan Nalin oder Martin Scorseses Kundun, von einem ambivalenteren Tibet diesseits seiner Mystifizierung durch den Westen erzählt, so hatte sich deren Bildsprache doch noch ganz dem Reiz des Pittoresken verschrieben. Die Bilder, welche Schaedler einfängt, sind konsequenterweise rauer und damit auch überraschender.

Kino

01. Juni 2005

Garçon stupide

In einzelnen Sequenzen verwendet Baier das Stilmittel von Doppelbildern, von zwei gleichzeitig nebeneinander laufenden verschiedenen Filmen. Simultaneität, der Synchronismus von Eindrücken, Wahrnehmungen und Erinnerungen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, wird damit zum Schlüssel der disparaten Bilder von Garçon stupide.

Kino

01. Juni 2005

Erinnern

Einige der Lebensgeschichten der in seinem neuen Film auftretenden Protagonisten hätten durchaus Stoff für einen eigenen Film geboten, sagt der Oltner Bruno Moll. Doch der 1948 geborene Filmemacher wollte aus gewohnten Pfaden ausbrechen, er hatte ein anderes Ziel vor Augen: Er suchte nach dem gemeinsamen Nenner der Erinnerungen verschiedener Menschen, wollte das Phänomen des Sicherinnerns grundsätzlich ergründen.

Kino

01. Apr. 2005

Katzenball

Katzenball von Veronika Minder nimmt sich der weitgehend verborgenen Geschichte weiblicher Homosexualität in der Schweiz an und zeigt anhand der Erzählungen von fünf Frauen verschiedener Generationen auf, wie tiefgreifend sich das Leben der Lesben in den letzten sechzig Jahren verändert hat.

Kino

01. Apr. 2005

Gramper und Bosse

Das Rattern des Zuges ist das tönende Leitmotiv von Edwin Beelers «Bahngeschichten», wie der Luzerner Regisseur seinen Film im Untertitel nennt. Ta-ta, ta-ta, ta-ta, geht der Sound schon im Intro.

Kino

01. März 2005

Klingenhof

Es ist Sommer, Herbst, wird Winter. Schnee liegt auf den Dächern, dem Brunnen, auf den zum Spielplatz gewordenen Ruinen der ehemaligen Ökonomiegebäude im Innern des Klingenhofes nahe der Langstrasse, Zürich, Kreis 5. Ein neuer Herbst. Das Jahreszeiten-, das Tag-, das Nachtlicht, die Bäume erzählen die Zeit.

Kino

01. Feb. 2005

Ricordare Anna

Gleich zu Beginn des Films liest man in einer Einblendung die Zeit- und Ortsangabe «Achtzigerjahre, Zürich». Und einige Dokumentarszenen der damals aktuellen Jugendunruhen setzen ein Zeichen, in welchem Zusammenhang oder zumindest unter welchen Voraussetzungen der folgende Film zu sehen ist, auch wenn dieser erst rund zehn Jahre später spielt.

Kino

01. Feb. 2005

Alles auf Zucker

Den Anzug ohne Krawatte, das Hemd zerknittert, oben offen, das Gesicht zerschlagen, aber die Zigarette locker im Mundwinkel und das Billardqueue geschmeidig zwischen den Fingern: das ist Jaeckie Zucker. Halbseidener Zocker und Berliner Lebenskünstler, Spezialität: Hals aus der Schlinge ziehen.