Kino
Schatten der Liebe
Christof Vorsters erster Langspielfilm überrascht. Nicht einfach so, sondern sozusagen grundsätzlich.
Christof Vorsters erster Langspielfilm überrascht. Nicht einfach so, sondern sozusagen grundsätzlich.
Vielleicht muss man, um den neuen Film von Daniel Schmid wirklich von Grund auf (also nicht nur obenhin) zu verstehen, die deutschsprachigen Micky-Maus-Hefte der fünfziger Jahre kennen, oder man muss sie sich mindestens vorstellen können.
Wir kennen sie, die Fernsehbilder aus Kriegsgebieten. Wir kennen sie, und manchmal merken wir, dass sie uns kaum berühren. Gewohnheit stumpft ab.
Am Ende der Nacht ist kein optimistischer Film; er führt sein Publikum auch nicht an die Punkte, an denen der Held «falsch» entschieden, «falsch« gehandelt hat; das Publikum darf sich auf keinen Fall als Richter oder Geschworener über diesen durchschnittlichen Menschen stellen.
Jedes Bild in Requiem ist von Grund auf Sache eines Standpunktes und einer Ethik, die eher darauf besteht, zu zeigen als aufzudrängen, zu verdichten als zu zerstreuen, wegzulassen denn zu vervielfältigen.
Tanners Film L'homme qui a perdu son ombre ist von einem gewissen postrevolutionären Charakter geprägt. Ein entsprechender Pessimismus zieht sich durch diesen Film.
Wo die Berliner U-Bahn zur Hochbahn wird, ermöglicht sie dem interessierten U-Bahnfahrer ungewohnte Einsichten. Wer will, kann anderen direkt ins Wohn- oder Schlafzimmer schauen. In der Eingangssequenz von Hinter verschlossenen Türen fahren wir lange in dieser Hochbahn und lassen die verschiedenen Fassaden an uns vorüberziehen.
Man sieht auf Adolf Dietrichs Bildern kaum viel Aufregenderes als die Menschen aus seiner Umgebung, das Dorf mit dem See und den Rebbergen, die Wiesen und Wälder und die übrige Landschaft ringsum; er malte Pflanzen und Bäume, Kakteen und Früchte, am häufigsten aber Hunde, Füchse, Eichhörnchen, Vögel, Enten und Fische.
Zwei Filme in einem Film: Urs Graf und Marlies Graf Dätwyler lassen die in Olten lebende türkische Familie Tütüncü von ihrer Kultur, ihrem Leben, ihrer Religion, dem Islam, berichten.
Satire ist nicht Gislers Stil. Nahe, wie ihm seine durchaus liebenswürdigen Figuren stehen, begegnet er ihnen nur mit leiser Ironie, die ihrem gebrochenen Charme und ihrer freundlichen Orientierungslosigkeit entspricht.
Über ein Jahr hinweg hat Matthias von Gunten an der Zeit seiner sechs Personen teilgenommen, hat seine Personen belauscht und beobachtet, ist ihnen nahe geblieben und nahe gekommen.