Kino
L’ombre des femmes
In Philippe Garrels von poetischer Zartheit und unterschwelliger Melancholie getragenem Film befindet sich der Mann in einer Liebes- und Arbeitskrise. Garrels Reminiszenz an François Truffaut und die Nouvelle Vague.
In Philippe Garrels von poetischer Zartheit und unterschwelliger Melancholie getragenem Film befindet sich der Mann in einer Liebes- und Arbeitskrise. Garrels Reminiszenz an François Truffaut und die Nouvelle Vague.
«What’s a fairy tale without a dark center? How do you bring all of us into the most beautiful, enchanting dream we’ve ever seen?» – Steven Spielberg
Ein etwas ratloser Winfried wird zu Toni, und sein Schabernack, den er mit seiner Tochter treibt und der zwischen liebevoll-scherzhaft und obsessiv-krankhaft balanciert, sorgt für mehr als nur Heiterkeit. Toni Erdmann ist grossartiges Schauspielerkino und für viele hätte der Film in Cannes gewinnen sollen.
Zusammen mit seiner Ehefrau und Drehbuchautorin Amy Jump (gemeinsam bereits Kill List und A Field in England) hat Ben Wheatley die Dystopie, die als unverfilmbar galt, mit schwarzem Humor gepfeffert und in einem saftigen Retro-Futurismus-Look genüsslich als schwindelerregenden Zerfall inszeniert. Der Blick zurück in die Zukunft offenbart die Gegenwart.
Ein Film, der die Meinungen spaltet. Nicolas Winding Refn arbeitet sich in seinem neuen Film an der Schönheit ab und komprimiert sie zu einer vielschichtigen Oberfläche.
Wenn es um Coming-of-Age geht, führt im gegenwärtigen amerikanischen Kino kaum ein Weg an Richard Linklater vorbei. Spätestens aber seit seinem viel beachteten Langzeitprojekt Boyhood (2014) gilt der Amerikaner als Spezialist für die Fragen der Adoleszenz. An den Titel seines neuen Films Everybody Wants Some!! lässt sich dementsprechend auch mit der Frage anknüpfen: «Who wants more?»
Lisa Immordino Vreeland hat wieder einer starken Frau zugewandt, die ihr ganzes Leben einer grossen Leidenschaft gewidmet hat: der Kunst. Die Selfmade-Frau Peggy Guggenheim war ihrer Zeit weit voraus.
Ruxandra Zenide positioniert sich mit ihrem erst zweiten Langspielfilm als weibliche Gegenstimme zum international erfolgreichen rumänischen Kino. Im Gegensatz zu den Arbeiten von Kollegen wie Radu Muntean und Cristian Mungiu zeigt Zenides Inszenierung trotz ihres sozialkritischen Gestus eine deutlich wärmere Note – bisweilen sogar eine poetische, die sich der einzigartigen Stimmung dieser Landschaft verdankt, die von einer dunklen Melancholie geprägt ist.
Soy Nero von Rafi Pitts ist ein Film, der ebenso aus dem Schmerz wie aus dem Vergnügen kommt. Geboren wurde Nero in Los Angeles als Sohn mexikanischer Einwanderer. Als er nach Mexiko abgeschoben wird, versucht zurückzukehren und als sogenannter Green Card Soldier der Armee beizutreten und sich auf diese Art seine Staatsbürgerschaft zu verdienen.
Mit ihrem Spielfilmdebüt ist Ida Panahandeh ein kluger, berührender und vielschichtiger Film gelungen. Dies liegt auch am hervorragenden Cast, allen voran Sareh Bayat in der Rolle von Nahid. Trotzdem bleibt die bis zuletzt immer etwas undurchschaubar und der Film somit spannend.
Schon auf ihrem Album «Big Science» von 1982 hat Laurie Anderson ihre rätselhafte Poesie zu einem Markenzeichen entwickelt. Heart of a Dog ist eine poetische Bilderzählung, die mit viel Gefühl über die private und die gesellschaftliche Existenz reflektiert, ohne darüber vom Denken und Nachdenken zu befreien.
«Who is Robert Frank? Laura Israel, eine langjährige Mitarbeiterin Franks, wird in der Folge versuchen, die Frage zu beantworten oder sich einer möglichen Antwort zumindest zu nähern.