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Kritiken

Kino

11. Juni 2016

Julieta

Laut eigenen Aussagen hat sich Pedro Almodóvar für seinen neusten Film Julieta ein Gebot der Mässigung auferlegt. Im Vergleich zu einigen seiner früheren, emotional exzessiven, aber auch verspielt ironischen Melodramen handelt es sich hier tatsächlich um ein eher geradlinig-ernstes Drama. Dennoch wartet der spanische Regisseur vom ersten Bild an wieder mit inszenatorischer und erzählerischer Opulenz auf.

Kino

09. Juni 2016

Familienbruchstück

Natalie Pfister ist ein kleines, aber sehr sehenswertes «Dokudrama» gelungen. Ohne dramatisch zu sein, dafür umso menschlicher. Sie hat für ihren Diplomfilm eine mutige Familie gefunden, die bereit war, über die für alle Beteiligten schmerzhafte Scheidung vor sieben Jahren zu sprechen.

Kino

24. Mai 2016

La memoria del agua

Film ist eine Emotionsmaschine, und wenn es darum geht, sie mit einem Liebesthema in Gang zu setzen, dann scheint der Chilene Matías Bize ein Experte zu sein. Auch sein fünfter Spielfilm dreht sich um die Beziehung zwischen Mann und Frau, wobei er diesmal mehr auf Bilder als auf Dialoge setzt und damit einen leisen und herzzerreissenden Liebesfilm schafft.

Kino

04. Mai 2016

Journey in Sensuality: Anna Halprin and Rodin

Nach Breath Made Visible (2010) widmet der Schweizer Ruedi Gerber der US-amerikanischen Tänzerin und Choreografin Anna Halprin zum zweiten Mal einen Dokumentarfilm. In Journey in Sensuality fokussiert er auf ein einziges Projekt: die kinästhetische Erkundung von Auguste Rodins Skulpturen.

Kino

01. Mai 2016

Eddie the Eagle

Michael «Eddie» Edwards, Performer und Provokateur – Bemerkungen zu Eddie the Eagle: Edwards’ Auftritte griffen tief in die Liturgien des Publikums der Olympiade ein, spannten für die kurze Dauer seiner Performances einen eigenen «edwardianischen» Handlungsrahmen für die Zuschauer auf. Der Film wiederholt eine Affektbewegung des Publikums, die schon das historische Publikum 1988 erfasst hatte.

Kino

25. Apr. 2016

Kollektivet

Thomas Vinterberg präsentiert mit der Figurenkonstellation seines jüngsten Films eine Art Umkehrung seines Dogma-Klassikers Festen (1998). Während dort anhand einer Familienzusammenkunft die Verlogenheit der Gemeinschaft gnadenlos demontiert wird, ist es hier das aufrichtige Bemühen um Ehrlichkeit, Grosszügigkeit und Solidarität, das zerstörerische Kräfte entwickelt – sowohl für das Individuum als auch für das Kollektiv.

Kino

25. Apr. 2016

The Assassin

Egal welche Filme sie zuvor gedreht haben, in welchem Genre sie sonst beheimatet sind: Alle grossen Regisseure des chinesischen Kulturkreises scheinen früher oder später einen Wuxia-Film machen zu wollen. Nun ist also mit Hou Hsiao-hsien auch der Doyen des taiwanischen Kinos beim Wuxia-Genre angelangt. The Assassin lebt eher von der Erzählform als vom Erzählten. Und das gelingt so gut, dass Hou letztes Jahr in Cannes dafür die Auszeichnung für die beste Regie und fast von der gesamten Filmpresse höchstes Lob erhielt. Dem schliessen wir uns gerne an.

Junge Kritik

25. Apr. 2016

Demain/Tomorrow

Ein Puzzleteil fügt sich reibungslos ans andere, als letztes das Bild von Kindern, die fröhlich ins Wasser springen. Ist das, was der französische Dokumentarfilm Demain als Vision entwirft, zu schön, um wahr zu sein? Am Anfang steht die Prognose: Zusammenbruch unseres Ökosystems zwischen 2040 und 2100. Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion machen sich, Lösungen zu suchen.

Kino

25. Apr. 2016

Punk im Nirgendwo: Green Room

Ein «Gig» in einem Club, irgendwo in den Wäldern Oregons. Wo niemand einen hört, egal, wie laut man schreit.

Kino

25. Apr. 2016

Das Leben drehen

Vitijas Film ist eine feinfühlige und originelle Spurensuche. Die Regisseurin hat das Material gesichtet und auf seinen Wahrheitsgehalt abgeklopft, hat historische Alternativaufnahmen und weitere Quellen aus dem Familienarchiv beigebracht sowie Zeitzeugen interviewt.

Kino

25. Apr. 2016

Trois souvenirs de ma jeunesse

Paul und Esther sind grosse Briefschreiber, ihre Fernbeziehung zwischen Paris und der Provinz besteht aus kaum etwas anderem als aus Briefen. Diese Liebe, in der beide alles füreinander sind und nur durcheinander werden, ist absolut und «intakt» – aber «nur» durch ihre Zeichenhaftigkeit.

Kino

25. Apr. 2016

A Bigger Splash

Luca Guadagnino und seinem Drehbuchautor David Kajganich geht es nicht um Schuld, sondern um die Begierde zwischen Mann und Frau, um unterschiedliche Lebensstile, auch ums Alter. Guadagnino bezieht sich allerdings vor allem auf Jacques Derays La Piscine, in dem Alain Delon und Romy Schneider 1969 die Hauptrollen spielten. Den Jetset der französischen Riviera mit seiner schillernden Oberfläche verlegte er nach Pantelleria, einer schroff romantischen, unglamourösen Insel zwischen Sizilien und Tunesien, mit dunklen, fast schwarzen Felsen.