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Kritiken

Kino

16. Jan. 2016

Anomalisa

Charlie Kaufman, Autor, Lyriker, Regisseur und vor allem Drehbuchautor (unter anderen Being John Malkovich) und 2004 Oscar-Gewinner für sein Buch zu Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Regie: Michael Gondry), hat seinen zweiten Spielfilm nach Synecdoche, New York zusammen mit Duke Johnson im aufwendigen Stop-Motion-Verfahren gedreht und dafür den grossen Preis der Jury auf den Festspielen in Venedig 2015 gewonnen.

Kino

13. Jan. 2016

Janis: Little Girl Blue

Sie war eine Ikone – und ist es bis heute: Janis Joplin. Die Dokumentarfilmregisseurin Amy Berg lässt das Leben der Rocksängerin Revue passieren und versammelt dafür nebst bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und Homemovies eine Reihe von Zeitzeugen, Familienangehörigen, Lovers (auch Frauen) oder Musikern, die mit ihren Erinnerungen und Statements den Werdegang der Musikerin nachzeichnen.

Kino

06. Jan. 2016

The Revenant

Alejandro G. Iñárritus The Revenant fokussiert auf die spektakuläre Darstellung des Überlebenskampfs des von einem Bär schwerst verwundeten Trappers Hugh Glass in der eisigen Einsamkeit. Selten liessen sich im Kino Naturgewalten derart hautnah miterleben. Dank der Kraft seiner Bilder überzeugt The Revenant als ästhetische Erfahrung auch dort, wo Iñárritu dramaturgisch an den eigenen Ambitionen scheitert.

Kino

16. Dez. 2015

Mia madre

Wie schon in La stanza del figlio (2001) geht es in Nanni Morettis neuem Film um Verlust und Trauer, um den Tod und das Leben, um Familie und Verwandtschaft. Und weil Morettis Mutter während der Dreharbeiten zu Habemus Papam (2011) starb, ist dies auch ein sehr persönlicher Film geworden, zumal er selbst in der Rolle des Sohns zu sehen ist.

Kino

16. Dez. 2015

Carol

Patricia Highsmiths «Carol» ist die Geschichte einer «ungewöhnlichen Liebe», die, noch ungewöhnlicher für die damalige Zeit, in ein Happy End mündet. Todd Haynes verfilmte nun den Roman, basierend auf dem Drehbuch von Phyllis Nagy, welche die 1995 verstorbene Highsmith persönlich gekannt und das Script rund fünfzehn Jahre lang mit sich herumgetragen hatte.

Kino

16. Dez. 2015

Body / Ciało

In Body hält Małgorzata Szumowska die Ereignisse in der Schwebe zwischen physischer Evidenz und spiritueller Flüchtigkeit, zwischen Tragik und Komik.

Kino

16. Dez. 2015

Louder Than Bombs

In einer einzigen Hinsicht ist Louder Than Bombs tatsächlich gelungen: Joachim Trier hat es endlich geschafft, Norwegen zu verlassen. Denn das war es, was die Figuren seiner ersten beiden dort gedrehten Filme, sich ihrer Privilegien überbewusste Osloer Mittelschichtswohlstandskinder, immer wieder predigten: Endlich raus aus dem beschaulichen Oslo!

Kino

16. Dez. 2015

Legend

Sie galten als Glamour Twins, die Gebrüder Kray, die sich in den sechziger Jahren als führende Vertreter der Londoner Unterwelt etablierten. Ihre Fassade war eine Reihe von Nachtclubs, in denen Prominenz verkehrte. Fotos, auf denen die Krays mit Prominenten posierten, füllten regelmässig die Boulevardpresse. Inszeniert und geschrieben wurde Legend von Brian Helgeland, der sich einen Namen machte mit der Adaption von James Ellroys dickleibigen und komplexen Roman «L. A. Confidential», für die er 1997 einen Oscar erhielt.

Kino

13. Dez. 2015

An

Mit An gelang der Naomi Kawase in ihrer japanischen Heimat ein kleiner und für sie seltener Kassenerfolg. In der Tat ist An durchaus, und vermutlich nicht nur in Japan, arthousekompatibel. Es geht ums Älterwerden, um Slow Food und die Vorzüge des Handgemachten.

Kino

13. Dez. 2015

Als die Sonne vom Himmel fiel

Anhand ihrer Familiengeschichte erinnert die japanisch-schweizerische Regisseurin Aya Domenig an den Abwurf der Atombombe 1945 über Hiroshima. Ihr Grossvater arbeitete damals als Arzt am Rotkreuzspital und pflegte die Überlebenden; Jahrzehnte später starb er vermutlich an den Spätfolgen von innerer Verstrahlung.

Kino

12. Dez. 2015

Köpek

Esen Işık entwirft ein düsteres Porträt der heutigen türkischen Gesellschaft. «Köpek» bedeutet auf Türkisch «Hund», und es ist ein kleines Hündchen, das in Işıks erstem Langspielfilm wenigstens vorübergehend bekommt, wonach sich alle Figuren ihres Episodenfilms sehnen: Liebe und Geborgenheit.

Kino

11. Dez. 2015

Macbeth

Die bisher bekanntesten Adaptionen von Shakespeares «Macbeth» stammen von Orson Welles (1948) und Roman Polanski (1971), insoweit sie persönliche Aneignungen sind. Justin Kurzels Macbeth ist bei aller Texttreue keine «Adaption». Ebenso hätte ein Comic von Marvel oder DC ein Minimum an Content bieten können – aber warum nicht auch Shakespeare.