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Kritiken

Kino

25. Feb. 2016

Where to Invade Next

Michael Moore ist ein Meister der Rhetorik. In Where to Invade Next führt er auf der Suche nach guten Ideen für die USA durch ein märchenhaftes Europa voller glücklicher Menschen. Eine vergnügliche Invasion.

Kino

19. Jan. 2016

Above and Below

Gegensätzlichkeit zieht sich thematisch und filmisch durch Above and Below. Ein ungewöhnlicher Dokumentarfilm, der mit Direct Cinema nichts am Hut hat, sich einem puristischen Ansatz verweigert, in puncto Provokation vielleicht ansatzweise den Spuren des Cinéma vérité folgt, eigentlich aber nur eines tut: dokumentarisches Kino neu denken.

Kino

18. Jan. 2016

Die Schwalbe

Die Schwalbe eröffnet mit Bildern von Revan Radween aus dem Herkunftsgebiet vieler Flüchtlinge die diesjährigen Solothurner Filmtage. Der bildstarke Film beginnt in der Weite des Flugfeldes von Dohouk und endet vor den Türen des Flughafenterminals. Dazwischen suchen Zugvögel ihre Brutnester – im weiten irakisch-syrischen Grenzland.

Kino

17. Jan. 2016

El abrazo de la serpiente

Wenn der kolumbianische Regisseur und Drehbuchautor Ciro Guerra den deutschen Anthropologen Theodor Koch-Grünberg und den US-amerikanischen Botaniker Richard Evans Schultes in einem Spielfilm zusammenbringt, begibt er sich auf ideologisch vermintes Terrain. Rein historisch betrachtet, liesse sich dem Film eine allzu naiv verklärende Haltung vorwerfen. Guerras märchenhafte Allegorie hingegen entzieht sich diesem Vorwurf jedoch weitgehend.

Kino

17. Jan. 2016

Comme un avion

Michel ist ein Träumer, von seiner Umwelt als solcher toleriert, weil er sich bisher mit kleinen Umsetzungen seiner Phantasien zufrieden gegeben hat, mit einer Sammlung von Flugzeugmodellen und Plakaten. Wird die Reise im Kajak den grossen Ausbruch markieren?Comme un avion ist ein Film, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Sein lakonischer Humor, der ihn so anstrengungslos wirken lässt, ist genau austariert.

Kino

17. Jan. 2016

Nichts passiert

Wer nicht an die Zweideutigkeit des Titels glaubt, der wird in Nichts passiert bald eines Besseren belehrt. Denn dieser Film erzählt davon, dass ständig etwas passiert.

Kino

17. Jan. 2016

Spotlight

Eine wahre Geschichte, wie gesagt – was hier nicht, wie so oft beabsichtigt, als Qualitätsurteil gemeint ist, sondern als Fakt. 2003 hatte die Redaktion des «Boston Globe» den Pulitzer-Preis erhalten, weil sie detailliert den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufdeckte, nicht nur in Boston, wo sich die angenommenen 13 Fälle rasch auf 87 summierten, sondern in ganz Massachusetts.

Kino

17. Jan. 2016

Keeper

Ganz unsentimental erzählt Guillaume Senez eine Coming-of-Age-Geschichte, mit einer bekannten Ausgangslage, jedoch mit einem ungewohnten Fokus: Welche Rolle darf der Junge, der Vater, bei der Entscheidung spielen, ein Kind zu behalten?

Kino

17. Jan. 2016

La buena vida

Eigentlich klingt es ganz einfach. Alles, was die Bewohner des kleinen kolumbianischen Dorfes Tamaquito wollen, ist Wasser. Den Kampf gegen das gefrässige Steinkohlebergwerk Cerrejón, das im Tagebau bereits eine Fläche von circa 70 000 Fussballfeldern vertilgt hat, haben sie längst aufgegeben. Der deutsche Regisseur Jens Schanze ist mit seinem Filmteam hautnah dabei, wenn die Bewohner in basisdemokratischen Vollversammlungen über die Angebote von Cerrejón debattieren.

Bulletin

17. Jan. 2016

Gnadenloses Scheitern: La loi du marché

Stéphane Brizé zeigt in La loi du marché die Absurdität der Autoritäten und damit ihren Ruin. Alles wird hier dem Gesetz des Marktes unterworfen, und alle sind zum Scheitern verurteilt.

Kino

17. Jan. 2016

Für eine schöne Welt

Anhand der ungleichen zwei, Gottfried Honegger und Kurt Sigrist, veranschaulicht Für eine schöne Welt, von ihren fundamentalen Gegebenheiten her, die gesamte Disziplin: die Masse und die Massen. Leichthin führt der Dokumentarfilm auftretende Gegensätze zusammen, egal welcher Art. Für eine schöne Welt belegt erneut, wie Erich Langjahr bei seinen Leisten zu bleiben versteht.

Kino

17. Jan. 2016

The Hateful Eight

Quentin Tarantino hat eine wohlbekannte Vorliebe für zynische Exploitationfilme, die krude Sozialkritik in reisserische Genregeschichten verpacken und damit oft genau das zelebrieren, was sie anzuklagen vorgeben. Dank seiner Fähigkeit, einprägsame Figuren zu kreieren und klischierte Erzählkonventionen zu reflektieren, transzendieren seine Filme ihre zuhauf zitierten Vorbilder jedoch meist um Längen. Mit The Hateful Eight, der sich um rassistische Gräueltaten während und nach dem Sezessionskrieg dreht, gelingt ihm dies hingegen nicht immer gleich gut.