Filmbulletin Print Logo
Schreibende hand

Über Schreiben

Ein Hand, die ins Wasser schreibt. Die Spur einer Schreib­bewegung. Auf dieser Spur wandert Claire Denis.

Auf dem bewegten Wasser tanzen unzählige Licht­flecken. Eine schreibende Hand taucht aus dem Wasser auf. Es scheint, als ob sie in die Wellen schriebe. So wie das Meer die Lichtstrahlen spiegelt, so reflektiert der Protagonist von Beau Travail seine Erinnerungen auf dem Papier. Die Fragmente seiner Geschichte erhalten damit eine Form und eine Richtung: Als Text wird die Erinnerung zur Spur einer Schreib­bewegung. Und auf dieser Spur wandert Claire Denis in ihrem Film. Dabei zeigt sich, dass das Kino mit an der Erinnerung schreibt, denn indem der Film die Schreibbewegung seiner Hauptfigur abtastet, setzt er die Erinnerungsfetzen in neue Reihenfolgen und überschreibt sie mit seinem eigenen Text.

 



In der Ausgabe Ausgabe 3/2018 gibt es ausserdem einen Essay von Angelina Hofer zu Claire Denis' Beau Travail nachzulesen.
Ausgabe 3/2018 nachbestellen.

Dieser Artikel ist in der Printausgabe Nr. 3/2018 erschienen. Stöbern Sie in unserem Ausgabenarchiv.

Weitere Empfehlungen

Videoessay

10. Okt. 2017

FACING FILM

Von den Gesichtern der Stars zur Materialität des Films.

Videoessay

24. Sept. 2018

Melodramatische Geräusche bei David Lean

Akustik als Gefühlssteigerung: Brief Encounter des britischen Filmemachers David Lean führt vor, wie scheinbar banale Alltagsgeräusche eingesetzt werden, um uns das Innenleben von Figuren erleben zu lassen.

Videoessay

12. Dez. 2017

Refreshingly Simple

Oswald Iten über den Soundtrack von Stranger Things, seine affizierende Wirkung und seine Anleihen im Kino der Achtziger.