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Kritiken

Kino

31. Okt. 2012

Unter Schnee

Unter Schnee heisst der neue Film von Ulrike Ottinger, unter Schnee liegt die japanische Provinz Echigo mehr als die Hälfte des Jahres. In langen Bahnen legt der Film seine verschiedenen Geschichten aus, glatt gestrichen, kühl. Gäbe man das feurige Pathos der Abenteuer dazu oder die leidenschaftliche Hitze des Melodrams, sie würden brechen.

Kino

26. Sept. 2012

Das Wesen der Liebe: Amour

Der Filmtitel klingt zunächst nach Definition und Analyse, und wer Hanekes letzte Filme kennt, ist zunächst irritiert. Hier geht es nicht um das Erforschen der Liebe. Alles liegt offen da und muss nur erschaut und erlebt werden.

Kino

26. Sept. 2012

Holy Motors

Der Film ist eine einzige, nie stockende Rätselmaschine. Bei der Premiere in Cannes hat Holy Motors enthusiastische Ratlosigkeit unter Zuschauern und Kritikern ausgelöst und übt seither einen immensen Erklärungsdruck aus

Kino

26. Sept. 2012

Modest Reception

Ankündigungslos stürzt Regisseur Mani Haghighi, der lange in Kanada lebte, ehe er 2000 in den Iran zurückkehrte, die Zuschauer nun in die surreal-allegorische Parallelwelt seines vierten Spielfilms. Bis zum Schluss lässt sich nur bruchstückhaft erahnen, was die beiden Hauptfiguren in diese menschenverlassene Gegend führt, woher das viele Geld kommt und wieso sie es verschenken.

Kino

26. Sept. 2012

De rouille et d'os

Die Präsentation des Films in Cannes begleiteten eine Menge Aufmerksamkeit für Audiard und zahlreiche Lobeshymnen, aber auch vereinzelte Einwände von Kritikern, die dem Film Kolportage vorwarfen. Und die Interpretationen nehmen sich in ihrer Vielfältigkeit fast aus wie Kapitel aus einer gesellschaftlichen Enzyklopädie.

Kino

26. Sept. 2012

Savages

Schreie, Hektik, gefesselte Männer in einem Keller, das Aufheulen von Motorensägen, Todesangst. Schnitt. Eine Meeresbucht im Abendlicht, sanftes Wellenrauschen, weltvergessene Surfer vor kalifornischen Strandvillen. Die ersten zwei Szenerien, hart aufeinander montiert, lancieren so knapp wie eindringlich einen Kontrast, der weissgott Stoff für einen Film hergibt.

Kino

26. Sept. 2012

Sheherazade

Nacht für Nacht den Henker weggeflüstert, zum Warten verführt und zum Zuhören. Nicht nur Sheherazades Geschichte funktioniert so. Es ist das Grundmotiv von «Tausendundeine Nacht». «Das Wort gegen den Tod» nennt der tunesische Regisseur Nacer Khemir seine Annäherung an die morgenländische Erzählsammlung im Untertitel.

Kino

26. Sept. 2012

How to Make a Book with Steidl

Von April 2009 bis Mai 2010 konnten die Dokumentaristen Gereon Wetzel und Jörg Adolph unter besten Bedingungen («Ihr filmt solange, bis ihr euren Film zusammenhabt. Das ist eure Arbeit, davon verstehe ich nichts», Gerhard Steidl) dem leidenschaftlichen Büchermacher Gerhard Steidl bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.

Kino

01. Sept. 2012

The End of Time

Zehn Jahre nach seinem preisgekrönten Gambling, Gods and LSD, einem vielbeachteten Essay über die Suche nach Transzendenz, widmet sich der kanadisch-schweizerische Regisseur Peter Mettler erneut einem schwer fassbaren Thema: der Zeit.

Kino

25. Juli 2012

No Man's Zone / Mujin chitai

Fujiwara ist im April 2011 nach der Katastrophe am 11. März mit seinem Team durch die gesperrte Zwanzig-Kilo-meter-Zone gestreift, um das Unfassbare mit einer digitalen Handkamera festzuhalten, auch wenn ihm bewusst ist: «For the last hour we’ve been watching images, just images.»

Kino

25. Juli 2012

Le ministre – L'exercice de l'etat

Schoeller nimmt die Kontinuität des Politischen in den Blick und ist dabei überaus empfindsam für die Aura der Dekors, in denen sie sich zuträgt und die viele Generationen von Politikern haben kommen und gehen sehen. Seinen Darstellern hat er nie verraten, ob es sich um eine Links- oder eine Rechtsregierung handelt. Der Titel kündigt an, dass es gewissermassen universell um die Ausübung von Staatsmacht geht.

Kino

25. Juli 2012

360

«Love makes the world go round» und «Money makes the world go round» sind zwei beliebte Songs, die unser Dasein auf den kleinsten oder grössten gemeinsamen Nenner bringen – je nach Beantwortung der Sinnfrage. 360 möchte klar machen, dass wir uns im Kreise drehen und so wie wir gekommen sind auch wieder verschwinden werden.