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Kritiken

Kino

25. Juli 2012

Hanezu

Die Bilder in Hanezu sind atmosphärisch sehr dicht. Kawase führt die Kamera selbst und betont Farben, Oberflächen und die Materialität der Dinge: die Griffigkeit von Leinenstoff, die vom Regen aufgeweichte Erde, das frisch geschliffene Holz. So entsteht ein schlichtes und sinnliches, haptisches Kino, das durch den Gebrauch einer leichten, digitalen Handkamera aus einer persönlichen, intimen Perspektive gefilmt scheint.

Kino

25. Juli 2012

Un amour de jeunesse

Über acht Jahre hin geht Un amour de jeunesse seiner Heldin nach und gehorcht dabei dem Paradox, das bereits Gelebte werde zwar erst aus dem Nachhinein verständlich: doch wolle alles, was es noch zu leben gebe, gleichwohl im Vorwärtsschreiten angegangen sein.

Kino

25. Juli 2012

Brave

Mit Brave scheint sich Pixar nun gar in jenes Märchenghetto manövriert zu haben, dem zu entfliehen es ursprünglich angetreten ist. Aus dieser Perspektive ist jedoch leicht zu übersehen, wieviel reifer Pixars kraftvolles Märchen im Vergleich zu einem Prinzessinnenfilm wie Tangled daherkommt. Im Gegensatz zum Disneyfilm verzichtet Brave radikal auf Bösewicht und Liebesgeschichte.

Kino

25. Juli 2012

Parada

In Serbien ist Regisseur Srdjan Dragojevic ein Star: In den Achtzigern spielte er in einer Punk-Rock-Band und publizierte erfolgreich Gedichtbände, um dann Anfang Neunziger die Filmschule zu absolvieren. Nun schreibt auch sein neustes Werk, Parada, das in Serbien und den anderen exjugoslawischen Ländern von rund einer halben Million Menschen gesehen wurde, Erfolgsgeschichte.

Kino

25. Juli 2012

To Rome with Love

Italien, Rom, Trastevere – das sind besonders für den Mitteleuropäer Sehnsuchtsorte, die von anderer Kultur und Lebensart zeugen, verbunden mit Temperament, Kochkunst und der Freude am Genuss, vielleicht sogar von einem besseren Leben. Dass nun ein eingefleischter New Yorker, nämlich Woody Allen, der Faszination Roms erliegt, ist zunächst gar nicht so überraschend.

Kino

25. Juli 2012

Wuthering Heights

Über Heathcliff, den imposanten Antihelden des englischen Romanklassikers «Wuthering Heights», bemerkte Arno Schmidt einst, er hinterlasse den «Eindruck eines riesenschwarzen Steingesichtes, gleich den Klippenköpfen der Osterinsel». Die neueste filmische Inkarnation der Figur, deren Aussehen seine Erfinderin Emily Brontë als dunkel und zigeunerhaft beschrieb, ist nun tatsächlich: schwarz.

Kino

13. Juni 2012

Barbara

Der neue Film des deutschen Regisseurs Christian Petzold erzählt, so scheint es zunächst, eine einfache, geradlinige Geschichte. Doch die Verwicklungen, die Umwege, das Unausgesprochene, das Misstrauen sind zwischen den Bildern und in den Blicken der Figuren verborgen. Blicke, die auch etwas anderes bedeuten können.

Kino

13. Juni 2012

Et si on vivait tous ensemble?

Ersparen wir uns also die Bemerkung, das betagte Darstellerensemble von Et si on vivait tous ensemble? liesse Daniel Brühl ganz schön alt aussehen. Halten wir stattdessen nur fest, dass seine Figur in diesem beinahe unwiderstehlichen Film das sechste Rad am Wagen ist.

Kino

13. Juni 2012

Hasta la vista

Geoffrey Enthoven hat sich von der BBC-Dokumentation Foronenightonly über Asta Philpot, einen querschnittgelähmten Briten, der sich für Behinderte und ihre sexuellen Bedürfnisse einsetzt, inspirieren lassen. Dabei schildert der Regisseur zunächst, was es bedeutet, behindert zu sein.

Kino

13. Juni 2012

Mary & Johnny

Mary & Johnny verpflanzt Ödem von Horváths Stück «Kasimir und Karoline» sehr frei ins reale Dekor des Zürifäschts von 2010, als gleichzeitig auch noch Fussball-WM und Rave den öffentlichen Raum okkupierten und auf der laut pulsierenden Züri-Wiesn menschliche Sternschnuppen-Crashs provozierten.

Kino

13. Juni 2012

Moonrise Kingdom

«Skurril» ist wohl die Bezeichnung, mit der man die Filme von Wes Anderson am treffendsten charakterisieren kann. Auch im Mittelpunkt von Moonrise Kingdom steht wieder die Familie, als real existierende, ziemlich dysfunktionale Konstellation, die Leiden verursacht, und zugleich – als deren Gegenentwurf – als Sehnsuchtsort, nämlich als funktionierendes, das Individuum unterstützendes Sozialgefüge. Ein utopisches Konstrukt, fürwahr, denn Andersons Protagonisten sind allesamt ziemlich problembeladene Exemplare der Spezies Mensch.

Kino

13. Juni 2012

Terraferma

In den ersten Filmminuten legt Emanuele Crialese das dramaturgische Gerüst seines neuen Films dar: Er nimmt sich der italienischen Immigrationspolitik an und konfrontiert dieses globale Problem mit dem Mikrokosmos einer Kleinfamilie – es geht um einfache Leute, die von politischen Mechanismen überrollt werden.