Kino
Carnage
Roman Polanskis Kammerspiel ist vergnüglich – und vielleicht auch ein wenig autobiografisch gemeint.
Roman Polanskis Kammerspiel ist vergnüglich – und vielleicht auch ein wenig autobiografisch gemeint.
Cronenberg lässt alles bloss Illustrative oder Kostümierte rigoros hinter sich und dringt präzise und respektvoll in ein gefährliches Beziehungsdreieck.
Kühl, nüchtern und scharfsinnig analysiert Chandor den Weg in die Finanzkatastrophe. Auf knapp zwei Tage und ein halbes Dutzend Räume verdichtet, changiert Margin Call zwischen Kammerspiel und Thriller. Von Meeting zu Meeting spitzt sich die Lage zu, werden Wortwahl und Mimik dramatischer.
Steam of Life lässt sich viel Zeit. Bei seinen Einstellungen, den Dialogen, aber auch bei der Übermittlung seiner Botschaft. Was der Film eigentlich sein will – Drama, schwarze Komödie oder gar Thriller –, dessen kann man sich zu Beginn nicht sicher sein. Wer aber mit dem langen Atem des Films mithält, der wird am Ende versöhnt aus dem Kino gehen.
In Frankreich ist der vierzigjährige Comiczeichner Joann Sfar eine Koryphäe, sein Œuvre ist beträchtlich. Nun wagte er sich, nachdem er bis anhin alle Angebote für eine Verfilmung seiner erfolgreichen, mittlerweile fünfteiligen «Le Chat du Rabbin»Serie abgelehnt hatte, selbst an das Projekt und realisierte seinen ersten Animationsfilm.
Kurz nach der Premiere von Die grosse Erbschaft an den Solothurner Filmtagen 2011 stirbt Donatello Dubini im Alter vin fünfundfünfzig Jahren. So passt es irgendwie, dass sich das letzte gemeinsame Werk der Dubini-Brüder mit Erinnerung und eigener Familiengeschichte beschäftigt. Keines ihrer Werke ist so persönlich, ja familiär geprägt.
The Guard ist der bislang ungewöhnlichste Genrefilm dieses Kinojahres, frech, energiegeladen, unterhaltsam. Das liegt vor allem an den konzis geschriebenen, lakonischen Dialogen, die vor allem nationale Identitäten und Institutionen aufs Korn nehmen.
Schön wie ein Gedicht ist The Mill & The Cross, ein Gemälde-Film, der, indem er die Grenzen des Genres erweitert, selber zu einem Kunstwerk wird.
Marco Risi erzählt von den letzten vier Monaten im Leben von Giancarlo Siani – quasi in Form einer «Chronik des angekündigten Todes» und interessiert vor allem an der Person dieses in seiner Naivität und Umtriebigkeit von Libero de Rienzo kongenial verköperten «Mattino»-Journalisten, der von einem Auftragskiller ermordet wurde.
Gar nicht so einfach, ein Verhältnis zum neuen Film von Pedro Almodóvar zu finden. Eine eigentümliche Kälte geht von ihm aus, eine mitleidlose Distanz, die so gar nicht zu diesem Regisseur passen will. Mehr noch: Die Verschachtelung der Zeitebenen hat etwas unnötig Komplexes, die vielen Anspielungen geben dem Film den Charakter einer analytischen Paraphrase. Und doch verlässt man das Kino mit einer Beklemmung und Bestürzung, wie man sie bei Almodóvar noch nicht erlebt hat.
Die BBC-Version von Jane Eyre aus dem Jahr 2006 hat reichlich Zeit zur Verfügung; mühelos münzen sich die geschlagenen vier Stunden Länge ins Überdeutliche um. Da mag in der neuesten Version ein ominöses Wetterleuchten zuviel am Horizont sein, und die Geigen könnten diskreter schluchzen. Dennoch tut sich Cary Fukunagas Jane Eyre durch eine gewisse Kargheit und Verknappung hervor.