Ein Schiffbrüchiger, der in der Nacht zuvor von riesigen Wellen angeschwemmt wurde, wacht erst auf, als sich eine Krabbe in sein weisses Hosenbein verirrt. Indem uns der niederländische Animationsfilmer Michael Dudok de Wit den gestrandeten Mann relativ klein in der unteren Hälfte einer komplett sandfarbigen Halbtotale zeigt, etabliert er die Körpersprache als zentrales Ausdrucksmittel seines dialoglosen Zeichentrickfilms La tortue rouge. Im Zentrum steht denn auch die Beziehung zur Natur, das Einschwingen auf den Rhythmus der Insel, deren Gleichgültigkeit gegenüber dem Menschen. Wie schon in seinen Kurzfilmen Le moine et le poisson (1994) und Father and Daughter (2000) vermittelt Dudok de Wit Gefühle auch hier lieber anhand von Körpersprache, Bildkomposition und Beleuchtung.
Videoessay
Thinking in Ruptures
Eine Schlüsselstelle aus A Star Is Born (USA 1954): Die Kombination von Unvereinbarem, der Übergang vom Ich zum Anderen, das Zittern zwischen Kontinuität und Diskontinuität - das ist die Aufgabe der Philosophie. Und das ist die Kunst einer der größten Philosophen Hollywoods: Judy Garland.