Carlo Chatrian
Carlo Chatrian: «Wer ist Fan von Online-Festivals?»
Corona verschonte die Berlinale dieses Jahr ganz knapp. Ein Gespräch über den Festivalbetrieb während der Pandemie und die mittelfristige Aussicht der Filmbranche.
Corona verschonte die Berlinale dieses Jahr ganz knapp. Ein Gespräch über den Festivalbetrieb während der Pandemie und die mittelfristige Aussicht der Filmbranche.
Die Art und Weise, wie wir Filme schauen, verändert sich gerade radikal. Während weltumspannende Konzerne Kasse machen, müssen sich lokale Filmschaffende an eine neue Realität gewöhnen. Und die Pandemie macht alles noch komplizierter.
Das populäre US-Kino in den Jahren der Präsidentschaft Donald Trumps erweist sich als Seismograf für eine «richtige» Erzählung, die keine Erklärungen mehr benötigt, sondern auf klare Botschaften vertraut.
Im Mai stand das 69-jährige Räderwerk namens «Cahiers du cinéma» still. Es war die Stunde Null für eine Zeitschrift, die heute nicht nur in Konkurrenz mit anderen Blättern, sondern auch mit ihrer eigenen Geschichte steht. Seither beweist das neue Team ein feines Gespür für die Verknüpfung von Kinovergangenheit und -gegenwart.
Zürcher Tagebuch vermischt das Private mit dem Öffentlichen. Im Gespräch mit Filmbulletin spricht der Regisseur Stefan Haupt über die männliche Perspektive über 50 und das Potential seiner Stadt.
Fast ironisch erscheint, wie gemächlich manche Aufnahmen aus jüngeren chinesischen Kurzfilmen erscheinen, vergleicht man sie mit dem Bild eines dynamischen China, das wir haben: Im Fokus «Festland-China, Hongkong, Taiwan» der Kurzfilmtage Winterthur werden Erwartungen unterwandert.
Plötzliche Bewegungen, eine Verlagerung des Fokus, Bilder, die Unerwartetes offenbaren: Johannes Binotto darüber, wie sich Michelangelo Antonioni in den ersten Bildern von L'Eclisse – ganz ohne Trick – als Magier des filmischen Offs entpuppt.
Mit Baracoa liefert Regisseur Pablo Briones einen Festivalbeitrag und Film ab, der nicht zufällig an das Direct Cinema erinnert – und die Codes des Fiktionalen und Dokumentarischen geschickt zu vermischen mag.
Spätestens seit den Achtzigerjahren sind Synthesizer ein integraler Bestandteil der Klangkulissen des Kinos. Der Umgang mit den Geräten erzählt viel über den Status quo der Filmmusik.
Wer Verbindungen zwischen Menschen reguliert, ist eine brisante Frage geworden. Über Desktopfilme, die solche Fragen reflektieren, und in Zeiten physischer Kontaktbeschränkungen eine geisterhafte Aktualität erhalten.
Tausendfach wurden analoge Filme abgeschrieben, totgesagt und als minderwertig verschrien. Trotzdem steht im Norden von Zürich bis heute die Firma Cinegrell, ein Labor für Kinofilme. Dieses stieg erst zum Niedergang der analogen Ära richtig ins Geschäft ein – und expandiert bald nach Berlin.
Parallel zum Mainstream- Horror verbirgt sich in Genrenischen der Horror Schwarzer Communities. Wie im Hood-Horror gängige Stereotype unterwandert und der Horror des Rassismus seit den Siebzigern vergegenwärtigt werden.