Filmbulletin Print Logo

Kritiken

Kino

30. Juli 2014

Alois Nebel

Alois Nebel, das Langfilmdebüt des tschechischen Regisseurs Tomáš Lunák, ist die Verfilmung der gleichnamigen dreiteiligen Graphic Novel von Jaroslav Rudiš und Jaromír Švejdík. Um der Vorlage visuell nahezukommen, nutzte Lunák das Rotoskopie-Verfahren, für das Realfilmaufnahmen mit Schauspielern gedreht und anschliessend digital “überzeichnet” werden.

Kino

30. Juli 2014

Finding Vivian Maier

«Exzentrisch», «eigen», «verschlossen»: So beschreiben gleich mehrere Interviewpartner die Fotografin Vivian Maier zu Beginn des Dokumentarfilms. Damit stellen die Filmemacher das Rätsel um ihre Hauptfigur von Anfang an ins Zentrum. Wer war die Unbekannte, die es laut Filmtitel hier zu finden gilt?

Kino

30. Juli 2014

Jimmy's Hall

Irland 1922: Jimmy Cralton, ein junger Bauer und Arbeiter und bekennender Sozialist, emigriert während des Unabhängigkeitskriegs wegen seiner politischen Überzeugung in die USA und kehrt erst zehn Jahre später wieder zurück, um seiner verwitweten Mutter beizustehen. Die repressive politische Lage lässt ihn einen Kampf gegen die von Geld und Glauben gebildete geistige Diktatur wagen.

Kino

30. Juli 2014

Tom à la ferme

Zuerst sind es Gedanken zur Trauer, hastig mit blauem Filzstift auf Haushaltpapier notiert. Dann die kanadische Weite und ein Chanson: das poetisch-melancholische «Les moulins de mon cœur» aus den sechziger Jahren. So führt uns Tom à la ferme von Xavier Dolan an endlosen Äckern vorbei, an Kühen und verlassenen Bruchbuden bis hin zum Schauplatz des Geschehens: eine Farm in nebelverhangener Einöde.

Kino

30. Juli 2014

Under the Skin

Neun Jahre lang hat der britische Regisseur Jonathan Glazer keinen Film mehr gedreht. Jetzt hat er sich des Romans «Under the Skin» des im schottischen Inverness lebenden Schriftstellers Michel Faber angenommen. Eine Satire aus der Zukunft.

Kino

04. Juni 2014

Alceste à bicyclette (Molière à bicyclette)

«Hier stellt sich der reine Mensch dar, welcher bei gewonnener grosser Bildung doch natürlich geblieben ist … wir sehen ihn aber im Konflikt mit der sozialen Welt, in der man ohne Verstellung und Flachheit nicht umgehen kann», schreibt Goethe über Molières «Menschenfeind» Alceste, der uns in Philippe Le Guays Film zeitweise als Serge Tanneur, aber auch als Gauthier Valence entgegentritt. Le Guay nimmt die klassische Bühnenvorlage bei ihrem Witz und lässt den Akteuren genügend Möglichkeit, ins reale Leben auszuweichen.

Kino

04. Juni 2014

Alphonsina

Schlicht Alfonsina hat Christoph Kühn seinen neuen Film genannt. Doch wer ist Alfonsina? Alfonsina Storni, 1892 während eines Heimaturlaubs ihrer ausgewanderten Eltern in Sala Capriasca, Lugano, geboren, 1938 in Argentinien verstorben, war Dichterin, Schriftstellerin, Journalistin, Lehrerin und (alleinerziehende) Mutter.

Kino

04. Juni 2014

Baal

Baal (1969) ist Volker Schlöndorffs vierter Film. Während vierundvierzig Jahren war er nicht zu sehen, da die Erben Bertolt Brechts, des Autors der expressionistischen Dramavorlage des Films, nach der TV-Premiere weitere Aufführungen untersagten. Erst kürzlich widerriefen sie den von Brechts Ehefrau Helene Weigel 1970 ausgesprochenen Bann.

Kino

04. Juni 2014

Banshun

Dieses Lachen hat uns alle verzaubert, immer wieder, seit wir ihm das erste Mal begegneten, in den Siebzigern, als wir anfingen, die Filme von Yasujiro Ozu zu entdecken. Setsuko Hara, die Frau seines Kinolebens, die in fast allen seinen Filmen nach dem Krieg dabei ist, auf einem Radausflug ans Meer, eine Passage in der ersten halben Stunde von Banshun.

Kino

04. Juni 2014

Boyhood

In der avancierten Kindheit und in den Rites de passage der Adoleszenz, diesem Häutungs- und Transformationsprozess, den wir alle durchlaufen, ruhig oder dramatisch, auf jeden Fall (hormonell) beschleunigt, wird für Augenblicke der Zeitfluss selber spürbar. «In a way, the film became a collaboration with time itself, and time can be a pretty good collaborator, if not always a predictable one», sagt Richard Linklater zu seinem neuen Film Boyhood.

Kino

04. Juni 2014

Fruitvale Station

Am Anfang flackern fiebrige, unscharfe und grobkörnige Bilder über die Leinwand, wahrscheinlich aufgenommen mit einem Smartphone. Schwer, sich hier zu orientieren: eine nächtliche U-Bahn-Station, junge, verängstigte Schwarze, die auf dem Boden kauern, nervöse Polizisten, die Befehle bellen, Passagiere, die sich vom wartenden Zug aus schimpfend einmischen, Geschrei und Chaos. Und dann fällt plötzlich ein Schuss.

Kino

04. Juni 2014

Ilo, ilo

Ilo ilo ist das Langfilmdebüt des jungen Regisseurs Anthony Chen, der seine Ausbildung in England absolviert hat. Der Erfolg der unabhängigen Produktion ist für Singapurs kleine Szene bemerkenswert.