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Kritiken

Kino

25. Sept. 2013

L'écume des jours

Es ist nicht bekannt, ob Boris Vian die Stummfilmburlesken von Charley Bowers kannte. Zu Vians Zeit war der Komiker längst in Vergessenheit geraten, obgleich er in dem Surrealisten André Breton einen glühenden Verehrer gefunden hatte. Wahrscheinlich hätte auch der Autor von «L’écume des jours» Gefallen an Bowers’ Kurzfilmen gefunden.

Kino

25. Sept. 2013

Gloria

Wie gut ein Filmtitel ist, wissen Produzenten und Verleiher immer erst hinterher: nachdem sich erwiesen hat, ob er Anziehungskraft auf das Publikum ausübt oder nicht. Dieser hier hat den Vorzug, sich im Kino bereits bewährt zu haben und keine nennenswerten Abnutzungserscheinungen aufzuweisen.

Kino

25. Sept. 2013

L’inconnu du lac

Es ist Hochsommer. Der See liegt glitzernd im weissen Licht. Die Baumwipfel wiegen sich im Wind – und die Grillen erfüllen die Luft mit ihrem Zirpen. An diesem idyllischen Ort irgendwo im Süden Frankreichs treffen sich Männer für ein Bad im türkisen Wasser oder für Sex mit Gleichgesinnten im dahinter liegenden Wäldchen.

Kino

25. Sept. 2013

An Episode in the Life of an Ironpicker

Die Geschichte spielt im verschneiten Roma-Dorf Poljice im Norden von Bosnien. Nazif und Senada leben mit ihren zwei kleinen Töchtern Sandra und Semsa in einem karg eingerichteten Haus. Es ist eng. Es ist bitterkalt, das Holz ist alle – also geht Nazif in den Wald, fällt einen jungen Baum und heizt mit dem Holz die winzige Stube für ein paar Stunde

Kino

25. Sept. 2013

Behind the Candelabra

Glamour & Glitter: Der Mann, der auf der Bühne an einem Flügel sitzt, trägt einen Glitzeranzug und voluminöse Ringe an den Fingern, auf dem Flügel prunkt ein goldener Kerzenhalter. Seine Zuhörer, überwiegend Damen gesetzten Alters, unterhält er zwischen den einzelnen Stücken mit kleinen Geschichten.

Kino

25. Sept. 2013

La religieux

Guillaume Nicloux und sein Koautor Jérôme Beaujour haben Diderots Briefroman in klassischer Manier als Rückblende adaptiert. Das Martyrium, das Suzanne in verschiedenen Klöstern, unter drei Äbtissinnen und auf je unterschiedliche Weise, erleidet, ist zu Beginn des Films eine Vorgeschichte, die chronologisch aufgerollt wird.

Kino

25. Sept. 2013

Top of the Lake

Gerne hätte man das erste radikal feministische Mini-Serial gesehen – insgesamt aber bleibt eher ein etwas schaler Geschmack zurück. Weder sind die geschlechtsspezifischen Positionen wirklich durchdacht, noch ist das Serial mit Vehemenz ein Serial. Und wenn frau am Ende nahezu jeder Figur einen Vaterschaftstest anraten möchte, spielt schlicht zu viel Biologie in die Gesellschaftskritik.

Kino

25. Sept. 2013

Vaters Garten

Soll niemand sagen, dass es einfach sei, sich seinen Eltern zu stellen. Das heisst im Fall von Vaters Garten konkret: sich als Filmemacher Peter Liechti der Geschichte von Max und Hedy Liechti zu stellen. Der des Ehepaars Liechti, muss man präzisieren, denn auch wenn der Regisseur seine Mutter, seinen Vater öfter einzeln vor die Kamera holt, die beiden gibt es nur zusammen.

Kino

31. Juli 2013

Araf

Der Film mit seinen meist in winterlicher Kälte fotografierten tristen Bildern von Mensch und Landschaft müsste türkische Politiker jeder Couleur in Depressionen stürzen. Stimmt es, dass mit Zehras und Olguns Lebensverwerfungen die jungen Leute in den ländlichen Gegenden Anatoliens oder in den Randgebieten Istanbuls gemeint sind, dann hätte die türkische Politik noch grosse Probleme vor sich.

Kino

31. Juli 2013

La grande bellezza

«Sorrentinos Roma» könnte dieser Film auch heissen, in Anlehnung an den bundesdeutschen Verleihtitel von Federico Fellinis Roma. Rom ist zweifellos, neben Toni Servillo, die Hauptfigur dieses Films, es geht um die Schönheit der Stadt, ihre Geschichtsträchtigkeit, ihre Lebendigkeit, die wiederum Auslöser für anderes ist, für Versuchung und Verführung, für Begegnungen und Liebe.

Kino

31. Juli 2013

Chantrapas

Otar Iosseliani hatte 1982 seine Heimatstadt Tiflis verlassen und ging nach Paris. Der grössere Teil seiner Filme entstand dort. Für Chantrapas kehrte er 2010 nach Tiflis zurück, zum ersten Mal seit langen Jahren. Er erzählt von einem jungen Mann, Nicolas, einem Filmemacher, dessen Film verboten wird, der Tiflis verlässt und nach Paris geht.