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Kritiken

Kino

31. Juli 2013

Frances Ha

Frances kennt keinen Stillstand. Sie ist (fast) immer in Bewegung. Sie tanzt, sie läuft durch die Strassen von New York. Ihre wechselnden Adressen strukturieren den Film. Hinter der Bewegung allerdings verbirgt sich Stillstand – Frances ist siebenundzwanzig Jahre alt und noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben.

Kino

31. Juli 2013

To the Wonder

Alles bewegt sich. Bond-Girl Olga Kurylenko breitet die Arme aus, wirbelt durch Kornfelder, Strassen, über Wiesen und Plätze. Die Kamera tanzt und fliegt mit ihr dahin, schwebt über Dächer, gleitet durch Zimmer, Flure. Ständig unterwegs, auf einer Suche, die nur anfangs unbeschwert wirkt, am Ende vor allem rastlos, haltlos. Dabei haben Marina und Neil doch gleich zu Beginn die Stufen zum Wunder erklommen.

Kino

31. Juli 2013

Trance

Wer Trainspotting oder Slumdog Millionaire von Danny Boyle kennt, der wird durch seinen neuen Film sicher mehr verunsichert sein. Boyle zerbröselt seine Geschichte in eine Unzahl von Einstellungen aller Art, sodass der Zuseher selbst in eine Art Trance verfallen kann, wenn er seine Aufmerksamkeit nicht zu disziplinieren weiss. T

Kino

31. Juli 2013

Pacific Rim

Godzilla goes Neuro: Ein Wissenschaftler verkabelt sich mit dem Gehirn eines toten Kaiju-Babys, der Jaeger-Pilot Raleigh Becket driftet in die traumatischen Kindheitserinnerungen seiner japanischen Kopilotin Mako, die Nick Uts berühmtes Foto des vietnamesischen «Napalm-Mädchens» zitieren. Doch die Auseinandersetzung mit kindlichen Angstphantasien erreicht nie die Kraft von del Toros früheren Filmen.

Kino

31. Juli 2013

Vénus noire

Gewiss, da und dort hat der Lauf von bald zweihundert Jahren einiges davon unvermeidlicherweise ausgeschmückt; dennoch, alles in allem beruht die Leidensgeschichte der «Venus der Hottentotten» auf Gelebtem und hat in jedem Fall einen Zweck zu erfüllen. Die Passion der «Schwarzen Venus», wie sie auch genannt wird, will an das fernere Herkommen des abendländischen Rassismus erinnern.

Kino

31. Juli 2013

Vous n'avez encore rien vu

Hat der Zuschauer eine andere Wahl? Bleibt ihm überhaupt ein Spielraum, in der heiteren Trauerfeier, die in diesem Film begangen wird, etwas anderes zu sehen als das filmische Vermächtnis seines Regisseurs? Von der Unausweichlichkeit des Todes ist in ihm die Rede, vom Widerspruch der vorläufigen und endgültigen Gefühle.

Kino

12. Juni 2013

Before Midnight

Richard Linklater und seine Schauspieler Ethan Hawke und Julie Delpy waren uns diesen Film schuldig. Zum dritten Mal nun im Abstand von jeweils neun Jahren haben sie die ursprünglich von Linklater und Kim Krizan erdachte Liebesgeschichte von Céline und Jesse gemeinsam weitergesponnen, zu fiktiven longtime companions auch von uns gemacht.

Kino

12. Juni 2013

Child’s Pose

Schon die erste Szene macht das ganze Dilemma des Films exemplarisch deutlich. Da beklagt sich eine Frau kurz vor ihrem sechzigsten Geburtstag voll Bitterkeit über ihren Sohn. Nie würde er sich melden, erst kürzlich habe man sich nach über zwei Monaten endlich mal wieder getroffen, doch sofort sei es zum Streit gekommen.

Kino

12. Juni 2013

Les invisibles

Die unvergleichliche und lebenskluge Juliette Gréco singt in Les invisibles das Chanson «Le monsieur et le jeune homme» von Guy Béart. Man lauscht Worten wie «Un monsieur aimait un jeune homme. Surtout, ne nous affolons pas: Regardons autour de nous comme chaque amour va son propre pas.» Das passt zum Grundtenor des Werks.

Kino

12. Juni 2013

The Place Beyond the Pines

Als «Lonesome Luke & the Heartthrobs» wird der Mann angekündigt; das könnte auch der Name einer Band sein. Luke (ein erblondeter Ryan Gosling) ist unstet, ruhe- und heimatlos. Mit der Show zieht er von Stadt zu Stadt. So einen “coolen Hund” stellt man sich als Herzensbrecher, aber gewiss nicht als Familienvater vor. Aber genau an diesem Scheideweg steht er jetzt.

Kino

12. Juni 2013

Rosie

Rosie. Wackere Rosie, selbständige Rosie, resolute Rosie. Und gütige Rosie, die der leicht zurückgebliebenen Chantal die Tür zu ihrer Wohnung ebenso freimütig und grosszügig öffnet wie dem jungen, schwulen Mario.