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Kritiken

Kino

01. Dez. 1999

Die Zeit mit Kathrin

Aus dem Schwarz leuchten nachtblau Vorspann und Titel. Die Zeit mit Kathrin. Ein Film von Urs Graf. Und, noch im Dunkel, Musik. Langsame, helle Töne, dann dunkler. Nachdenklich, zärtlich. Leichte Bewegungen, Raum öffnend. Klänge wie Spuren, erste Schritte.

Kino

01. Okt. 1999

ID Swiss

Die Schweiz, das war schon immer so, erzählt am liebsten von sich selbst. Das nicht aus purer Eigenliebe, Gott bewahre. Die Rede von sich selbst dient hierzulande der allmählichen Verfertigung einer so genannten «Schweizer Identität». Und so zogen und ziehen die Bichsels, die Muschgs, die Murers mit ihren Schriften von des Schweizers Schweiz über Berg und Tal.

Kino

01. Okt. 1999

Genet à Chatila

Richard Dindo operiert anhaltend aus einem Blickwinkel, der so sehr helvetisch wie international anmutet: so sehr provinziell wie kosmopolitisch. Seit dreissig Jahren verrichtet er seine Sache stetig, hartnäckig, integer, mit unbeirrbarem Nachdruck: mit engagierter kritischer (und selbstkritischer) Haltung und mit Verstandeskraft und Gefühlsstärke obendrein.

Kino

01. Juni 1999

Beresina oder die letzten Tage der Schweiz

Eine «schwarze Komödie über die Schweiz» nennt Daniel Schmid seinen Film, eine «Satire über dieses merkwürdige, komische kleine Land in der Mitte von Europa» und eine «Parabel über Macht, in der Tradition Dürrenmatts». Dazu bedient er sich des fremden Blicks der Aussenstehenden, die ganz naiven Klischee-Vorstellungen folgt und der das Land schlichtweg als Paradies erscheint.

Kino

01. Apr. 1999

Emporte-moi

Léa Pool hat Ausschnitte aus Vivre sa vie in Emporte-moi eingebaut. Diese Originalausschnitte verstärken in ihrem in den sechziger Jahren spielenden Film die ästhetische Präsenz dieser Zeit. Léa Pool evoziert aber nicht nur die Sechziger, sondern erinnert auch an die Auseinandersetzungen von damals.

Kino

01. Dez. 1998

Der Duft des Geldes

Dieter Gränicher porträtiert eine Handvoll Geldmenschen von Zürich. Er tritt ihnen nicht zu nahe, lässt ihnen jenen sozialen Frieden, den sie täglich gefährden. Ob die Ironisierung genügt, darf man sich fragen, aber man muss auch sehen, dass er sich in einem Tabubereich mit bemerkenswerter Unbekümmertheit bewegt.

Kino

01. Okt. 1998

Höhenfeuer

Der erste Satz in Höhenfeuer, einem Film, wo wenig gesprochen wird und das einzelne Wort dadurch noch mehr Gewicht erhält, wird vom Vater ausgesprochen. Er sagt am Morgen beim Aufstehen: «I glaube hit isch Gillewatter», was soviel heisst wie regnerisch. Noch ist es nicht das grosse Gewitter, das einen Baum entwurzeln kann, aber die Wolken ziehen sich am Berg zusammen.

Kino

01. Aug. 1998

Bauernkrieg

Ganz im Sinn eines unabdingbaren Gegenstücks zu Sennen-Ballade geht es nun auch in Bauernkrieg wieder um die Landwirte und ihr Vieh. Doch scheint in der Zwischenzeit der letzte Rest von Empathie zwischen Tier und Mensch aufgebraucht. Die endgültige Entfremdung ist an die Stelle der alten Vertrautheit getreten.

Kino

01. Apr. 1998

Steinauer Nebraska

m Zentrum des Films steht der Boden, die Landschaft – nicht unberührt, sondern zeugend von unterschiedlichstem Umgang mit ihr. Immer wieder eindrückliche Graslandschaften, wild, rauh, nur geprägt von tiefeingekerbten Wagenspuren, dem Wind und den Schatten der darüberziehenden Wolken. Am nächsten damit verwandt die Bilder von Karl Bodmer – Büffelherden und Tipees von Indianern.

Kino

01. Apr. 1998

Vollmond

Am Ende ist das Rätsel vollkommen. Oder ist es nur Verrätselung? Nichts, so scheint es, stimmt mehr zusammen, die Eltern sind entzweiter als zuvor, die Kinder haben Briefe geschrieben, die Rückkehr angekündigt und bleiben doch verschwunden.

Kino

01. Apr. 1997

Ghetto / Tierische Liebe

Zwei Filme aus der Kategorie des «Hirnverbrannten» – einer aus der Schweiz und einer aus Österreich. Ghetto wie Tierische Liebe verraten ein wachsendes Bedürfnis, die engen strengen Schranken und Formeln der Gattung Dokumentarfilm zu überschreiten.